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Ischa Freimaak – 980. Bremer Freimarkt beginnt am 16. Oktober 2015

Die „Fünfte Jahreszeit“ beginnt: Zwei Wochen Freimarkt im Oktober. Seit fast einem Jahrtausend heißt es dann: Ischa Freimaak! In diesem Jahr ist es zum neunhundertachtzigsten Mal soweit. Der Bremer Freimarkt hat seinen Ursprung im Mittelalter, zu jener Zeit war er noch ein reiner Warenmarkt. Später wurde er zum Volksfest und im Laufe der letzten hundertfünfzig Jahre wurden dann Gaukler, Quacksalber und Spielleute immer mehr durch Wurstbuden und Karusselle ersetzt.

 

Erinnerungen an meinen ersten Freimarkt

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Freimarktbesuch im Jahr 1987. Als Kind war der Jahrmarkt das Größte. Schon Wochen vorher war ich aufgeregt und gespannt, welche neuen Attraktionen mit dabei sein würden. Neu war damals die „Geisterschlucht“, eine große Geisterbahn mit sprechendem XXL-Affen davor. Mir persönlich gefiel mehr die rote und laut ratternde Uralt-Achterbahn mit dem simplen Namen „Die Acht“. Großartig!

Heute hat mein das Interesse an Fahrgeschäften nachgelassen. Sich für einige Euro wenige Minuten durch die Luft wirbeln zu lassen, liegt nicht mehr in meinem Fokus. Es sind meist die Erinnerungen, die mich zu einer Fahrt verleiten.

 

Drei Phasen des Jahrmarktsbesuchs

Ich denke, es gibt drei Phasen für den Jahrmarktsbesuch. Die Kindheit ist die erste Phase. Man ist heiß auf Achterbahn, Kettenkarussell und Zuckerwatte. Die sinnliche Wahrnehmung spielt die Hauptrolle, man will entdecken, erspüren und in neue Welten eintauchen.
Die zweite Phase ist die Jugend. Hier erforscht und überschreitet man in der Gruppe gerne Grenzen. Versucht die höchsten, schnellsten und wildesten Fahrgeschäfte ohne spürbare Folgeerscheinungen zu meistern. Oder lehnt lässig in Jeansjacke am Stützpfeiler des Autoscooters, um den wummernden Bässen zu lauschen und zu suggerieren man sei der kommende Formel1-Weltmeister. Das schafft Eindruck.
Die dritte Phase schließt sich daran an, beginnt bei den meisten so kurz vor dem dreißigsten Lebensjahr und dauert gewöhnlich bis zur Rente. Nun geht man hauptsächlich aus kulinarischen Beweggründen, also zum Essen und Trinken hin. Oder einfach, um die anderen Leute zu beobachten.
Ich stehe, meine Tochter beim fröhlichen Fahren beobachtend, mit einem Getränk in der Hand am Stehtisch eines Kinderkarussells. In wiederkehrenden Abständen winke ich ihr mit jeder Runde zu und schwelge dabei in Erinnerungen, weil ich eigentlich mich selbst sehe – vor knapp 30 Jahren.

 

Freimarkt heute – Kulinarisches & Geselligkeit stehen im Vordergrund

2015 steht der Freimarkt vor allem unter dem Motto „Höher, schneller, weiter“. Doch neben einem 80 Meter hohen Aussichtsturm, halsbrecherischen Wildwasser-und Achterbahnen, sich drehenden Plattformen mit durcheinanderwirbelnden Gondelzügen, bietet der Freimarkt auch den jüngeren bzw. ruhigeren Besuchern diverse Möglichkeiten zum Karussell fahren, Ponyreiten und Spaß haben.

Seit einigen Jahren zählen bei mir vor allem die kulinarischen Genüsse mit einer schier endlosen Anzahl von Buden, Ess-und Getränkeständen, Impressionen und Gerüchen gleich neben den riesigen Festzelten, in denen sich die feierwilligen Besucher in Scharen tummeln.

Wenn ich durch die übervollen Gänge laufe, den Blick über die zahllosen bunten Lichter und die leuchtenden Augen von Kindern und Erwachsenen schweifen lasse, dann rieche ich noch immer die Zuckerwatte anno 1987 und merke, dass sich mit all den Jahren doch eigentlich gar nicht so viel verändert hat. Der Freimarkt ist gelebte Tradition in Bremen und heute eines der größten und schönsten Volksfeste überhaupt. Weil er Erinnerungen schafft, ein Lächeln in die Gesichter der Besucher zaubert und Jung und Alt miteinander verbindet.
Er ist und bleibt eben die „Fünfte Jahreszeit“.

Der 980. Bremer Freimarkt ist vom 16.10. – 01.11.2015 täglich von 13.00 bis 23.00 Uhr, freitags und samstags bis 24.00 Uhr geöffnet.
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