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Schon wieder Socken unterm Weihnachtsbaum?

Eine Umtauschanleitung für Hobby-Juristen

 

„Niemand mag Socken zu Weihnachten“, hieß es prägnant auf den Punkt gebracht in einem zugleich lustigen wie auch originellen Fernsehwerbespot eines Onlineversandhändlers.
Wer kennt sie nicht: die sprechende, stets übel gelaunte Baumwollsocke, welche durch ihre vulgäre und schamlose Ausdrucksweise sämtlichen, ungläubig und irritiert dreinblickenden Familienmitgliedern die Schamesröte ins Gesicht treibt.
Auf der einen Seite ist dies sicher scherzhaft gemeint, doch auf der anderen Seite durchaus als Synonym für unkreative und unpassende Geschenkideen unterm Weihnachtsbaum zu verstehen.

 
Höchste Zeit das zu ändern – angeblich arbeitet ein großes Internetkaufhaus bereits seit Jahren an einer schwarzen Liste für Weihnachtsgeschenke. Hier kann jeder eintragen, was er auf keinen Fall geschenkt bekommen möchte – in der Hoffnung, dass die lieben Verwandten und Freunde auch einen Blick darauf werfen.

 
Doch ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, so sucht es verzweifelt nach Auswegen. Da sich der Brauch mit der schwarzen Liste leider bisher nicht durchgesetzt hat (und dies vermutlich der Digitalisierung zum Trotz noch auf sich warten lassen wird), ist auch in diesem Jahr wieder zu befürchten, dass die Besitzer ungeliebter Weihnachtsgaben zuhauf den Reklamationsweg zu den Einzelhändlern und innerstädtischen Kaufhäusern suchen mit dem Ziel, Geschenke möglichst schnell und einfach umzutauschen – schon fast Tradition zu bzw. nach Weihnachten.

 
An dieser Stelle tun sich viele Fragen auf, die in mir den Hobby-Juristen wecken und mich dazu verleiten, nachfolgend einmal die wichtigsten Punkte aufzuführen, die es zu beachten gilt.

 

Muss der Händler das ungeliebte Geschenk umtauschen?

Nein, grundsätzlich muss er dies nicht. Ein Recht um Umtausch beim Kauf im Laden existiert entgegen der weitverbreiteten Meinung nicht. Nur wenn die Ware fehlerhaft oder defekt ist, muss der Händler nachbessern oder den Kaufpreis erstatten für den Fall, dass eine Reparatur nicht möglich sein sollte. Sollte die Ware frei von Mängeln sein, Ihnen jedoch schlichtweg nicht gefallen (Stichwort: Socken), so sind Sie indes auf die Kulanz des Händlers hingewiesen.

 
Allerdings lässt sich feststellen, dass vergleichsweise viele Händler aus Wettbewerbsgründen und zur Wahrung ihres guten Rufs dazu bereit sind, Ware umzutauschen. Sollte der Händler dies tun, ist er indes nicht verpflichtet Bargeld herauszugeben, sondern kann stattdessen beispielsweise auch einen Warengutschein in selbiger Höhe anbieten. Grundsätzlich in Ordnung, aber in diesem Fall wäre ein Gutschein vielleicht ohnehin das bessere Geschenk unterm Weihnachtsbaum gewesen…

 
Sofern das Geschenk im Internet gekauft wurde, sieht die Sache für den Beschenkten bzw. Schenkenden noch besser aus. Denn hier gilt ein Rückgaberecht. Gründe müssen für die Rückgabe nicht genannt werden, jedoch hat der Verkäufer das Recht auf Vorlage der Originalquittung, was sich im Falle von Socken und anderen Geschenken als Hürde erweisen kann. Ebenfalls sollten Sie die Ware in ihrer Originalverpackung zurücksenden um den Händler die Möglichkeit zu geben, diese weiterverkaufen zu können.

 
Alles in allem lässt sich sagen, dass durchaus Möglichkeiten und Bereitschaft zum Umtausch bestehen. Manche Einzelhändler werben gar im Rahmen ihres Winterschlussverkaufs mit „Rücktauschaktionen“, allerdings setzt dies die Initiative der Beschenkten voraus, die wahrscheinlich nur dann vorhanden sein dürfte wenn es sich um größere oder werthaltige Artikel handelt.

 
Am simpelsten wäre es natürlich wenn jeder zu Weihnachten einfach das geschenkt bekäme, was er sich zuvor auch gewünscht hat. Oder alternativ doch einen Gutschein. Auch für Überraschungsgeschenke gibt es heutzutage kreative und originelle Ideen und Ratgeber. Socken gehören nicht dazu. Schon gar nicht die aus der Werbung.

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