Wie erstellt man einen Liquiditätsplan? Ihr 5 Schritte Fahrplan

Der Liquiditätsplan zeigt die voraussichtlichen Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens über eine gewisse Planungsperiode und ist Bestandteil der Finanzplanung. Er dient dazu, Liquiditätsengpässe oder -ausfälle durch frühzeitiges Planen zu erkennen und dadurch das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit zu reduzieren. Zum Beispiel können Unternehmen mit einem Liquiditätsplan vorbeugen, ihre Kapitalreserven nicht anzugreifen und frühzeitige Kredite bei Banken zu erhalten.

1. Frühzeitiges Festlegen wichtiger Plangrößen:

Zunächst ist es sinnvoll, die Periode für Ihre Liquiditätsplanung zu bestimmen und damit zu entscheiden, welche Ein- und Auszahlungen für Ihr Unternehmen von Bedeutung sind. Ähnliche Positionen können Sie als übergeordnete Posten zur Übersicht zusammenfassen.

2. Berechnung des Liquiditätsplans:

Der erste Bestandteil eines Liquiditätsplan ist der Anfangsbestand an liquiden Mitteln, welchen Sie ermitteln, indem Sie die Kassen- und Bankbestände Ihrer Bilanz addieren. Um die Liquidität zum Ende der Periode zu berechnen, addieren sie alle Einzahlungen und subtrahieren die Auszahlungen. Wichtig ist dabei, dass Sie im Vergleich zur Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) nur die zahlungswirksamen Geldströme eines Unternehmens beachten. Beispiele sind hierbei Anlagenkäufe, Kredite und Steuern.

Anfangsbestand liquide Mittel
+ Einzahlungen einer Periode (z.B. Umsatz, Zinsen, Kredite)
= Verfügbare Mittel
– Auszahlungen einer Periode (z.B. Einkauf, Personal, Investitionen)
= Endbestand liquide Mittel

3. “Rollierende” Planung:

Der Liquiditätsplan wird “rollierend” erstellt, das heißt, Sie können den Bestand der liquiden Mittel als Anfangsbestand für die nächste Planungsperiode übernehmen. Wenn eine Periode zu Ende geht, können Sie am Ende des Liquiditätsplanes eine neue hinzufügen.

4. Regelmäßige Kontrolle:

Um die Plausibilität Ihres Liquiditätsplans zu überprüfen, empfiehlt es sich, regelmäßig zu kontrollieren, ob die prognostizierten Zahlungen mit den tatsächlichen Zahlen übereinstimmen. Ersetzen Sie hierfür einfach die berechneten Ergebnisse mit den tatsächlichen Werten der Liquidität. Damit verfeinern Sie nicht nur Ihre nächsten Prognosen, sondern halten Ihre Plangrößen aktuell.

5. Situative Anpassungen:

Wenn Sie die Entwicklung Ihres Liquiditätsplans im Planungszeitraum verfolgen, haben Sie die Möglichkeit, frühzeitig auf Einwirkungen zu reagieren. Ein Beispiel wäre die Vereinbarung von einem Überziehungskredit. Addieren Sie in diesem Fall das Kreditlimit auf die angegebene Liquidität am Ende der Planungsperiode, um so frühzeitig Zahlungsengpässe zu vermeiden.

Beispiel eines vereinfachten Liquiditätsplans:

Fazit

Ein Liquiditätsplan ist ein wirkungsvolles Instrument für Ihr Unternehmen, um frühzeitige Risiken, wie Mahnungen, einer Insolvenz oder kostspielige Überziehungskosten abzufedern. Darüber hinaus profitieren Sie von einem besseren Verständnis Ihrer Zahlungsströme und einem verfeinerten Planungshorizont sofern die Daten Ihres Liquiditätsplan regelmäßig gepflegt werden.

Sie haben Fragen zu Ihrem Liquiditätsplan? Unsere Ansprechpartner freuen sich auf ein persönliches Beratungsgespräch mit Ihnen.